III. Weitere Fragmente der Farce KOPFGEBURTSTAG IV. Nicht verwendete Zitate V. Entferntes Theoriematerial  

1. – für die ENZYKLOPÄDIE DES NUTZLOSEN ZITATS

„Ich weiß nicht, was ich dir über mich unaussprechlichen Menschen sagen soll“
(Kleist an seine Schwester Ulrike, 13./14. März 1803)
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Wer weiß, wieviele Wörter Gott durchprobiert hat, bevor er das eine fand, durch das die Welt erschaffen wurde.
(Stanislaw Jerzy Lec)
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Wir wissen nur eines über die Zukunft –
sie wird nicht wie die Gegenwart aussehen.
(Jorge Luis Borges)
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Ich bin meine Welt.
(Ludwig Wittgenstein)
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Der Tod ist nur eine große Show in sich selbst.
(Samuel Lionel Rothafel)

2. – für die ENZYKLOPÄDIE DES NÜTZLICHEN ZITATS

Und ich ging zurück in den Morast, als der Mond schien in einem pralleren Rot, und drehte mich um und sah erneut auf den Fels und die Zeichen der Schrift – und die Zeichen waren Verlassenheit.
(Edgar Allan Poe: Siope)
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Wer sein Doppel durch das Glas hindurch leidenschaftlich umarmt; das Glas belebt sich in einem Punkt und wird Sexus; und Mensch und Bild lieben sich durch die Mauer hindurch.
(Alfred Jarry: Les Jours et les Nuits)
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Entweder hat die Maschine eine Bedeutung für das Leben, die es uns noch nicht möglich war, mit dem Verstand zu erfassen, oder sie ist selbst eine Manifestation des Lebens und darum mysteriös.
(Garet Garret: Ouroboros or the Mechanical Extension of Mankind, 1926)
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Es ist unmöglich, nicht über die Zukunft zu lügen, und man kann über sie lügen, was man will.
(Naum Gabo)
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Der Satz sagt nur insofern etwas aus, als er ein Bild ist.
(Ludwig Wittgenstein: Tractatus logico-philosophicus, 4.03)
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Niemand kommt hier lebend raus.
(Jim Morrison)

3. – ohne lexikalische oder kategorische Zuschreibung

Der Literatur wird häufig vorgeworfen, sie mache den Gefangenen die Flucht aus der Wirklichkeit leicht.
(Stanislaw Jerzy Lec)
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Das vollkommene Weib jeder Zeit ist der Müssiggang des Schöpfers an jedem siebenten Tage der Kultur, das Ausruhen des Künstlers in seinem Werke.
(Nietzsche: Menschliches, Allzumenschliches)
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Aufruf an die Verleger:
Man bewahre uns vor den Sprüchen,
die Büchern voranstehen,
um sie überflüssig zu machen.
(Roland Iobst)

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