Rössler: Natürlich gibt es Phänomene wie das Wetter, die nicht kontrolliert werden können, aber man weiß, daß das Chaos daran Schuld ist und wir selbst Teil der Welt sind. Wenn man das Wetter im Computer hätte, wäre alles vollkommen klar.
(Otto E. Rössler: Vom Chaos, der Virtuellen Realität und der Endophysik)

Die Wechselwetterwolken sind drei lose miteinander zusammenhängende Romane, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven der Digitalisierung Vernetzung Globalisierung unserer Jahrtausendwende-Wirklichkeit zu nähern versuchen. Einfacher formuliert: Die Romane stellen ein Probierfeld dar. In der Form für das, was mit ihnen im Internezeitalter geht; im Inhalt für Gedankenspiele mit dem, was derzeit um uns herum abgeht. Dabei legt jedes der drei Bücher seinen Fokus auf eine andere Sinnlichkeit Zeitlichkeit Räumlichkeit. Jedes kann für sich allein gelesen werden, alle drei ergeben aber in gewisser Hinsicht ein gemeinsames Bild – zum Beispiel in Bezug auf das Wetter. Also eher Triptychon denn Trilogie. Falls nicht sowieso irgendwann noch einzwei Bücher hinzukommen.


Norlando oder Die Queste zum Unicode entblättert eine literarisch-satirische Ver­schwörungsjagd, die phantastisches Fabulieren mit einer Tagebuch-Chronik des Krisenjahrs 2001 zu einem Riesen-Liebesbrief verbindet. Ein Retiraderoman über das Tasten und Texten.

Die Verwerfung oder Am untersten Berg entwirft den Film Noir einer dystopischen Megacity, in der zwischen Überwachung, Äthernetztechnik, Kriegsberichterstattung, Hollywood-Mafia und Porno ein Todesfall zu klären versucht wird. Ein Remakeroman über das Schauen und Schauern.

Haus der Halluzinationen oder Unwelts Heimkehr lauscht in ein Schweizer Hotel Mitte der 90er Jahre hinein, dessen Bewohner unverhofft zwischen die Fronten von Natur und Technik geraten, als etwas unerhört Zukünftiges geschieht. Ein Remixroman über das Tönen und Hören.

Drei Sinne, Zeiten und Wechselwirkungen
Drei Versuche entgegen den Regeln
Drei Romane oder auch nicht
sowie
Eine Querverbindung zwischen allen und jedem

Die drei Romane werden ergänzt von einer Wolke Sieben. Das ist diese Homepage hier mit all ihren Möglichkeiten der Kritik und des Austauschs; sie ist in ständiger Bewegung, bringt Ergänzendes, beleuchtet bestimmte Entwicklungen der Digitalen Gesellschaft und interagiert mit anderen Wolkenbauern. Ihr Herz ist das Blog, ihr Hirn ist das Corpus Callosum. Dort gibt es jede Menge Links zum Weiterlesen und -Denken.

Anderswo habe ich das gesamte Vorhaben in aller Bescheidenheit so zusammengefasst: Ich würde gerne den Beweis antreten, dass es im Zwischenraum von E- und U-Literatur ein Publikum für Netzzeitgenössisches gibt. Nun, wir werden sehen … Die Romane werden, beginnend mit dem Haus der Halluzinationen im Q1 2014, im tollen Hablizel-Verlag erscheinen. Den Norlando indes gibt es hier bereits komplett als „Permanent Beta“ online zu lesen. Über Genre und literarische Strömung klärt ein Artikel auf popp-art.com auf, indem ich zunächst in der Versuchung war, das einfach nur Fiktion oder Phantastik oder auch Nur relativ neuer aber irre relevanter Irrealismus zu nennen und damit das Problem eigentlich insgesamt für irrelevant zu erklären. Es ist kompliziert … Mittlerweile sage ich entsprechend complifiction dazu.

The Word is now a Virus.
(William S. Burroughs: The Ticket That Exploded)