Hallo Wechselwetterwolkenwelt!

Der Sturm ist ein Mythos. Genauer gesagt, er hat schon immer geweht, er ist der Wind, den schon Walter Benjamin beschrieb, der vom Paradies her weht und den “Engel der Geschichte” vor sich her treibt.
(Jörg Friedrich: Philosophie für Nerds)

Wechselwetterwolken sind drei lose miteinander zusammenhängende Romane, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven der Digitalisierung Vernetzung Globalisierung unserer Jahrtausendwende-Wirklichkeit zu nähern versuchen:

NORLANDO oder DAS ENDE DES 23. JAHRHUNDERTS entblättert eine literarisch-satirische Ver­schwörungsjagd, die phantastisches Fabulieren mit einer Tagebuch-Chronik des Krisenjahrs 2001 zu einem Riesen-Liebesbrief verbindet
DIE VERWERFUNG oder ZUM SÜDLICHSTEN VULKAN entwirft den Film Noir einer dystopischen Megacity, in der zwischen Überwachung, Äthernetztechnik, Kriegsberichterstattung, Hollywood-Mafia und Porno die Wahrheit eines Todesfalls gesucht wird.
HAUS DER HALLUZINATIONEN oder BLITZES GEISTER lauscht in ein Schweizer Hotel Mitte der 90er Jahre hinein, wo ein Arsenal skurriler Figuren zwischen die Fronten von Natur und Technik gerät, während zugleich etwas unerhört Zukünftiges geschieht.

Drei Sinne, Zeiten und Zusammenhänge
Drei Versuchsanordnungen mit gezielten Regelverstössen
Drei Aufbäumungen einer sterbenden Gattung

und
Eine Querverbindung zwischen allen und jedem

Es kann jeweils das erste Kapitel als PDF zum antesten gelesen werden.

Zur Frage, um welches literarisches Genre es sich handelt, siehe diesen Artikel auf unserem Schwesterblog popp-art.com.

Die drei Romane werden ergänzt von einer WOLKE SIEBEN. Das ist diese Homepage hier mit all ihren Möglichkeiten der Kritik, des Austauschs und der Interaktion von Lesern und anderen Wolkenbauern. Die WOLKE SIEBEN soll darum in ständiger Bewegung sein und immer wieder mal Ergänzendes zu den Inhalten der Wechselwetterwolken wie aktuelle Entwicklungen der Digitalen Gesellschaft bringen. Im CORPUS CALLOSUM gibt es zum Start schon mal jede Menge Hintergrundmaterial-Links zum Weiterlesen und -Denken.

Und wie bereits angekündigt: der NORLANDO ist jetzt als “Public Beta”online.

Wahnsinn! 9+1 Jahre in der Mache und #im Internet geboren – @LITTERTWITTER
Wer das Telefonbuch mag, wird mit diesen Büchern Sex haben wollen! – DIE BUNTE
Perfektes Restsellermaterial! – SÜDDEUTSCHE
Das neue Männerwunder! – GQ
Prima für Unentschiedene: Popp hat immer gleich zwei Titel gewählt! –
TITANIC
Das größte Text-Waterloo der letzten Jahre! –
LITERATURKRITIK.DE
Endlich gleich drei große Wende-Romane – Obwohl ’89 überhaupt nicht vorkommt.
- README.CC
Soll der das überhaupt dürfen können? – FAZ
Die ersten Bücher, die noch fotogener sind als ihr Autor! – BRIGITTE
So ein gestrig-kalter Kaffee, dass es schon wieder das nächste heiße Ding sein wird.-
LITERATUREN

Da er weiß, dass man keine Erinnerung an ein Buch haben kann, das man nicht selbst gelesen hat, kommt er zu dem Schluss, dass an jenem Abend auf der Goose Fair etwas Übernatürliches mit ihm geschehen sein muss. Aber er weiß einfach nicht, was es war. Und da er keine angemessene Erklärung dafür hat, macht er etwas ganz und gar Viktorianisches und beginnt damit, die Teile der neuen Welt, der er begegnet ist, zu etikettieren und zu klassifizieren. Dieser anderen Welt gibt er den Namen “Troposphäre”, den er bildet, indem er das Wort “Atmosphäre” – ein Kombination der griechischen Wörter für “Dunst” und “Kugel” – nimmt und die unbekannten Dünste durch etwas Solideres ersetzt: das griechische Wort für Gestalt, tropos. (…)
Um mir die Zeit zu vertreiben, öffne ich den Netzbrowser und suche nach dem Wort Troposphäre. Ich erwarte nicht, dass irgendetwas dabei rauskommt, aber dann stelle ich fest, dass das Wort exisitiert. Es ist ein Teil der Erdatmosphäre, und zwar der, wo das meiste Wetter vorkommt. Konnte Lumas das übersehen haben? Ich war davon ausgegangen, dass er sich das Wort ausgedacht hatte. Ich schaue im Oxford Dictionary nach, da steht, dass es zum ersten Mal im Jahr 1914 nachgewiesen ist. Also hat Lumas es in die Sprache eingeführt, aber niemand hat Notiz davon genommen. Aber warum auch? Schließlich ist es nur ein Roman.
Scarlett Thomas: Troposphere. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2008, S. 94f. und 125f.

Lars las auf der Luminale

Lars und Zuhörer (© Stadtbibliothek Offenbach)

Lars mit Hüftstütze (© Stadtbibliothek Offenbach)

Lars und Theresa im Wechsel (© M. Graf)

Theresa illuminiert (© M. Graf)

Ein herzliches Dankeschön für die Ermöglichung eines leuchtenden Abends im Offenbacher Bücherturm, der allen Anwesenden viel Spaß gemacht hat: an die Luminale, die Stadtbibliothek Offenbach, die Offenbacher Wirtschaftsförderung sowie natürlich die in mehrfacher Hinsicht “stimmige” Kollegin Theresa Buschmann!

Eine ungewöhnliche Prognose gibt das österreichische Club-of-Rome-Mitglied Karl Wagner ab: Er sagt eine Revolution in den 2020er Jahren voraus, wenn der jungen Generation der Geduldsfaden reiße, weil sie nicht länger die Umweltlasten der alten tragen wolle – vergleichbar mit der von 1848 gegen das feudale Herrschaftssystem. So werde die Kultur des Konsums umschwenken auf nachhaltigeres Wirtschaften.
SPON: Club-of-Rome-Bericht – Forscher zeichnen düsters Bild der Zukunft

NORLANDO Public Beta!

Norlando

Neulich war ja Welttag des Buches. Und ich trug mich schon länger mit der Idee herum, ein bisschen mit den Möglichkeiten zu experimentieren, ein ganzes Buch direkt ins Netz zu stellen. Nach den Autoren des Book: A Futurist’s Manifesto gehe der Trend ja sowieso dahin. Denn nur im Netz sind Inhalte direkt verlink- und kommentierbar. Auch  der NetzVerlag Buch&Netz arbeitet darauf zu, Bücher zuallererst unter Creative Commons Lizenz ins Netz zu stellen und die Monetarisierung über andere Kanäle zu organisieren.
In der Tat finde ich als Kulturschaffender, der auch nur eine Fackel weiterträgt, die sehr viele andere entfacht haben, es prinzipiell richtig und notwendig, dass wir den aktuellen geltenden Eigentumsbegriff der Kreativarbeit hinterfragen. Denn, wie ein Namensvetter von mir bei den Piraten prägnant erläutert, sind “Eigentum” und “geistig” eigentlich ein Widerspruch; besonders augenfällig gerade  in der heutigen Überflussgesellschaft. Indes sind Buchbranche und Urheberrecht noch nicht soweit, dass sich die kostenlose Erstpubilkation im Netz auch nur irgendwie rechnen wüde. Natürlich sollten E-Book-Ausgaben für alle Plattformen sowie eine gedruckte Version die kostenfreie Netzversion ergänzen; jeweils mit einem anderen “Mehrwert” damit es auch Anreize zum Kauf gibt: komfortableres “Blättern” als im Netz, Haptik und Geruch, schönere Gestaltung, etc. Doch wer soetwas hierzulande wagt, hat zur Zeit noch kaum Chancen, auch im Literaturbetrieb wahr- geschweige denn ernstgenommen zu werden. Und da sich das Leben eines durchschnittlichen Autors auch durch Stipendien und Preise finanziert, für die oftmals mindestens ein klassisch gedrucktes Buch (in keinem Selbstverlag!) Voraussetzung ist, stellte man sich als elektronischer Self-Publishing-Autor auch hier gleich selbst ein Bein.

Deshalb möchte ich hier einmal eine Art Mittelweg versuchen. Ein Experiment mit ungewissem Ausgang, vor dem man mich auf dem Buchcamp heuer zwar gewarnt hat – aber wer nichts wagt, gewinnt auch nichts! Weiterlesen

Lars las im Salon Café Chocolat

Ensemble im Café Salon Chocolat am 14. April 2012: Veronika Muran, Martin Halotta, Martine Müller-Lombard, Olaf Ludmann, Lars Popp (© Martin Halotta)

Lars am Lesetischchen im Café Salon Chocolat am 14. April 2012 (© Angelika Steiger)

Ein herzliches Dankeschön an die Mitleser Olaf Ludmann, Martine Müller-Lombard und Martin Halotta (der im Ernst behauptet, er habe “selten so gute, mitreisende, spannende, wortgewaltige Texte bei einer Lesung gehört”) sowie an Veronika Muran an der Geige – und natürlich unsere Gastgeberin Angelika Steiger.